When seeking to put Kafka’s major writing aside – the works that carved with all its severity the precise view of the world which we nowadays call, almost incidentally, as “Kafkaesque” – there are the small, broken texts that are at the margins.
Torn at the fringes, Kafka’s fragments, which he called “observations”, introduce a nuclear version of what is “Kafkaesque”. No need to go to his long personal diaries or to the entangled letters to his lovers; Kafka’s fragments are both “personal” and “literal” all together.
“For we are like tree trunks in the snow,” wrote Kafka in his perhaps most known fragment, “The Trees,” “In appearance they lie sleekly and a light push should be enough to set them rolling. No, it can’t be done, for they are firmly wedded to the ground. But see, even that is only appearance.”
“On the Tram” reveals Kafka, in mere few words, as the one who see the world, observe it, and writes.
Ich stehe auf der Plattform des elektrischen Wagens und bin vollständig unsicher in Rücksicht meiner Stellung in dieser Welt, in dieser Stadt, in meiner Familie. Auch nicht beiläufig könnte ich angeben, welche Ansprüche ich in irgendeiner Richtung mit Recht vorbringen könnte. Ich kann es gar nicht verteidigen, daß ich auf dieser Plattform stehe, mich an dieser Schlinge halte, von diesem Wagen mich tragen lasse, daß Leute dem Wagen ausweichen oder still gehn, oder vor den Schaufenstern ruhn. — Niemand verlangt es ja von mir, aber das ist gleichgültig.
Der Wagen nähert sich einer Haltestelle, ein Mädchen stellt sich nahe den Stufen, zum Aussteigen bereit. Sie erscheint mir so deutlich, als ob ich sie betastet hätte. Sie ist schwarz gekleidet, die Rockfalten bewegen sich fast nicht, die Bluse ist knapp und hat einen Kragen aus weißer klemmaschiger Spitze, die linke Hand hält sie flach an die Wand, der Schirm in ihrer Rechten steht auf der zweitobersten Stufe. Ihr Gesicht ist braun, die Nase, an den Seiten schwach gepreßt, schließt rund und breit ab. Sie hat viel braunes Haar und verwehte Härchen an der rechten Schläfe. Ihr kleines Ohr liegt eng an, doch sehe ich, da ich nahe stehe, den ganzen Rücken der rechten Ohrmuschel und den Schatten an der Wurzel.
Ich fragte mich damals: Wieso kommt es, daß sie nicht über sich verwundert ist, daß sie den Mund geschlossen hält und nichts dergleichen sagt?
[spacer height=”60px”]
Comments